← Table of contents
Josef Dietzgens philosophische Lehren

Note 10 — VI. Sozialdemokratische Philosophie.

Reading edition

Dialektik im Sinne Dietzgens heißt soviel wie die Erkenntnislehre, welche sich gründet auf der erfahrungsmäßig nachgewiesenen Versöhnung des Kardinalgegensatzes zwischen Materie und Geist in der Einheit des natürlichen Universalzusammenhanges. Dieser bildet die absolut einheitliche Gattung, innerhalb welcher alle Gegensätze notwendig nur relativ gegensätzliche Arten sind.

Durch solche Überwindung der Gegensätzlichkeit zwischen Materialismus und Idealismus verwandelt sich die bislang mit Recht als sophistisch diskreditierte Dialektik in eine streng monistische Logik und Entwicklungslehre, die auf erfahrungsmäßig kontrollierbare und daher wissenschaftlich überzeugende Weise fortschreitend immer besser mit jeder dualistischen Unlogik zu räumen versteht.

Noch Hegels Dialektik (Entwicklungslehre im stets sich erneuernden Gegensatzkampf zur immer höheren Einheit) nahm ihren letzten Ausgang von unvermittelter Begriffsarbeit, welche sich mit ihrem objektiven Arbeitsmaterial in keiner Einheit zu versöhnen vermochte, weil ihr die Erkenntnis der genannten letzten Einheit mangelte und daher auch nicht zur Überwindung des Gegensatzes zwischen Objekt und Subjekt fortschreiten konnte.

Explore with AITake your curiosity a little further.

Reading settings