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Im Morgenlicht. Kriegs-, Jagd- und Reise-Erlebnisse in Ostafrika

Note 43 — Am mittleren Rufiyi.

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Wie stark die Einbildung auch bei den Negern den Geschmack beeinflußt, zeigt folgendes Beispiel:

Ich gab einmal Negern Schokolade zu essen, was sie nicht kannten. Es schmeckte ihnen sehr gut. Einer fragte: „Was ist das, was wir gegessen haben?“

„Schweineblut mit Zucker,“ antwortete ich zum Scherz. Entsetzt wandten sie sich ab. Nachher kamen sie zurück und fragten, ob das wahr sei; einigen sei so übel geworden, daß sie es wieder von sich gegeben hätten.

Als ich ihnen versicherte, ich hätte ihnen nur zeigen wollen, wie töricht sie manchmal seien, sagten sie: „Du wolltest uns also nur Ekel machen“ und einer setzte grinsend hinzu, er freue sich, daß er die Schokolade noch im Bauche habe.

Übrigens wird im Haushalt der Europäer gern gesehen, daß sich diese Neger von bestimmten Speisen und Getränken fernhalten. Sie verschmähen Alkohol — ganz im Gegensatz zu dem Neger der Westküste, der guter Abnehmer schlechter Spirituosen ist — bleiben selbst als Köche und Diener der Messen und Restaurants bei ihrem Reis mit Zukost und nehmen nichts von den Speisen der Europäer. Allenfalls naschen sie von der Butter, die sie sehr lieben, und dagegen schützen sich die findigen Hausfrauen in Daressalam, indem sie vor den Augen der Boys einen Löffel Schweineschmalz in jede neugeöffnete Butterdose hineintun. Wer neu nach Ostafrika kommt und auf Märschen gerne und reichlich ißt, weil sein Appetit gut angeregt wird, wundert sich wohl, daß die Neger den vielen Mahlzeiten zusehen können und selbst nur einmal am Tage essen; die Erklärung dafür geben die Schwarzen selber sehr nett, indem sie dem Europäer schmeichelnd sagen: „Du mußt auch mehr denken und hast mehr Kräfte als wir, deshalb brauchst du andere Nahrung.“

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