Note 153 — ZWEITES HAUPTSTÜCK.
Reading edition
Über die Form des idg. *di̯eu̯- *dii̯eu̯- (zur Wurzel dĭ̄u̯) Brugmann, Grundriss der vergl. Grammatik d. idg. Spr. II S. 451; an. Týr < Tieuȥ Noreen An. Gr.2 § 68, 7; ags. Tíƕ, Tíg zu erschliessen aus überliefertem Tíƕes-Tigesdæg, Sievers Ags. Gr.2 § 250, 1 Anm. 2; das Fries. gewährt Tiesdi, Tisdei, Richthofen, Afries. Wb. 1084; ahd. Zio, Ziu, aus überliefertem Ziestag, Graff, Ahd. Sprachschatz 5, 358, 361, mhd. zîstag, Lexer, Mhd. Wb. III 1136, schwäb. zisteg, zeisteg, Schmeller, Bair. Wb. II 1071. Zu den Verderbnissen in zinstag, dingstag, dienstag Grimm, Deutsches Wb. II 1119, Andresen, ZfdA. 30, 415, Kluge, Etym. Wb. unter Dienstag. Ob die ahd. Glosse ziu, turbines hergehört? J. Grimm, Myth. 184 erklärte „Wetter der Schlacht“ „Mars trux oder saevus“. In Deutschland sind keine Orts- oder Eigennamen mit Sicherheit auf Zio zurückzuführen. Ziolf Förstemann II, 1658 gehört nicht her. Über Ciesburg Ciuuari vgl. S. 205 Anm. Teƕesley in England neben Thursley (Thunresléah) und Wanborough (Wódenesbeorh) weist vielleicht auf ags. Tíƕesléah; Kemble, the Saxons in England I, 351. Ganz anders erklärt Bremer (Indogerm. Forschungen 3, 301 f.) den Namen. Auf Grund von ags. Tíƕ, afries. Tî an. tífar, mhd. zîstac setzt er urgerm. Tîƕaȥ = lat. dívus, aind. dēva, air. dia, lit. dë̃vas in der Bedeutung „Gott, göttlich“ an. Ahd. Zîo wurde zu Zî und Zio (Braune Ahd. Gr. § 108 Anm. 2, § 43, Anm. 6). Ein Zusammenhang mit dem griech. lat. aind. Himmelsgott sei ausgeschlossen; vgl. auch Kögel, Geschichte der deutschen Litteratur I, 1, S. 14 Anm.