Note 186 — ZWEITES HAUPTSTÜCK.
Reading edition
Im Heliand begegnet ein Adj. ƕanum, hell, glänzend, dazu Adv. ƕanamo und Subst. ƕanamî. Vielleicht gehören dazu die ahd. Eigennamen Wanine, Wanilo, mit Umlaut Wenilo, Wenila. Ob ƕänum oder ƕânum anzusetzen ist, darüber gehen die Ansichten auseinander. Entweder gehören die nord. vanir oder das an. vænu, schön dazu. Zum Wort J. Grimm, Gött. gel. Anz. 1831 n. 8, S. 74; Geschichte der ds. Spr. 653 f.; Vilmar, Deutsche Altertümer im Heliand, Marburg 1845, 17 ff.; Müllenhoff, Schmidts Zeitschr. 8, 240; Behaghel, Germania 21, 143; Sievers, Heliand S. 505 zu 168 u. S. 539 zu 5766. Aus den verwandten Sprachen bietet sich zum Vergleich Venus, venustus, sanskrit vanas, Reiz, Wonne. Noreen, Abriss der urgerm. Lautlehre, Strassburg 1894, S. 50 u. 53 zieht aind. vanam, Wasser heran, ags. ƕos an. vás (aus ƕans) Nässe und erklärt Vanir als Seegötter. Der altschwedische Seename Væ̂nir stehe im Ablaut zu Vanir. Freyr und Njord als Seegötter wären teilweise wol zu verstehen.