← Table of contents
Handbuch der Germanischen Mythologie

Note 182 — ZWEITES HAUPTSTÜCK.

Reading edition

Die Bedeutung des Namens ergibt sich aus den andern german. Sprachen. Freyr weist auf urgerm. fraujaz; neben der starken Form, welche der Göttername bewahrt, steht sonst die schwache, das Thema fraujan, im got. frauja as. frôio ags. frígea, daneben Ableitungen ohne j (Kluge, Nominale Stammbildungslehre der altgerm. Dialekte, Halle 1886, § 14) ags. fréa as. frô frao ahd. frô. Das Wort wird dem weltlichen Herrn, mit Vorliebe aber Gott beigelegt. Wulfila übersetzt κύριος damit. Vgl. Kluge, Etymol. Wb. unter „frohn“. Eine neue Deutung schlägt Kögel (ZfdA. 37, 272) vor. Der Göttername urgerm. *Fraƕias, an. Freyr ist von dem adj. fraƕa- froh, heiter, sanft abgeleitet, wie sanskrit Bhavya von Bhava. Nur diese Ableitung wird dem Wesen des Gottes, in dem die milde, wärmende Frühjahrssonne verkörpert ist, völlig gerecht. Dagegen ist got. frauja Herr nebst dem entsprechenden Femin, ahd. frouƕa (aus frauƕjâ) fern zu halten. frauja ist eine Steigerungsform zu *fraƕa, ahd. as. frô ags. fréa Herr; dieses adj. *fraƕa ist wurzelverwandt mit aind. pûrva der vordere, got. fruma der erste. Der Gleichklang von fraƕa froh und fraƕa-Herr beruht also auf Zufall.

Explore with AITake your curiosity a little further.

Reading settings