Note 613 — ZWEITES HAUPTSTÜCK. (continued 6)
Reading edition
Walahfrid Strabo in einem lat. Gedicht im 8. Jahrh. erwähnt Hulda, weshalb J. Grimm, Myth. 3, 87 die Holda schon in die ahd. Zeit verlegt. Aber es ist gar nicht die angebliche deutsche Göttin gemeint, vielmehr die biblische Wahrsagerin Hulda, vgl. Müllenhoff, ZfdA. 12, 404; Schmeller, B. W. 12, 1084; E. H. Meyer, Myth. 273; Kauffmann, Beiträge 18, 146. Ebensowenig hält die von J. Grimm, Myth. 245 und ebenda 3, 407, Kl. Schriften 5, 416 ff. aus Handschriften des Burchard von Worms († 1024) entnommene Holda oder Frigaholda stand; vgl. Kauffmann, Beiträge 18, 145 ff. Die Hauptquellen für die Holdasagen des 17. Jahrh. bilden die Schriften des Prätorius, ausgeschöpft von den Brüdern Grimm in den Deutschen Sagen 1, Nr. 4–8; weiteres Myth. 246 ff., 3, 87 f.; Mannhardt, German. Mythen 255 ff. Ortsnamen wie Frau Hollenteich, Frau Hollenberg u. dgl. stammen ursprünglich wol von den „hollen“ und sind erst dort auf „Frau Holle“ bezogen worden, wo diese umging. Das Hollenloch in Kuhns Sagen aus Westfalen 1, 193 zeigt einen solchen Ortsnamen in ursprünglicher Bedeutung; Hollenloch ist die Elben-, Zwergenhöhle. Die isländ. Bezeichnung huldufólk, huldumađur, huldukona, die norweg. huldrefolk, wozu die norweg. Waldfrau Hulla, Huldra, Huldre, die isl. Hexe Huld gehören, darf man nicht derart zu den deutschen Hollen und Frau Holle stellen, als handelte es sich um eine gemeingerm. Anschauung. Ausgangspunkt für die nordischen Elbennamen bildet an. hulda „Decke“, verwandt mit ahd. hulid, ags. hulu „Hülle“ vgl. Noreen, Abriss der urgerm. Lautlehre S. 171. Es sind die verhüllten d. h. mit Tarnkappen unsichtbaren Elbe gemeint. Gleichwie Holle einzeln aus den Hollen ragt, hebt sich dann allerdings auch im neunorweg. Volksglauben Huldra aus den Huldren.