Note 317 — ZWEITES HAUPTSTÜCK. (continued 2)
Reading edition
Auf einem Weihstein im obern Ahrthal bei Blankenheim steht
MERCVRI CHANNINI
was Siebs ZfdPh. 24, 1 ff. als Mercurio Channini liest und aus germanischer Sprache zu deuten sucht. Channini soll Dativ eines wg. Nom. Sing, χanniê sein, dessen Form ahd. as. *henno, afries. ags. *henna wäre. Dazu stellt sich der unerklärte mhd. Ausruf iâ henne! Henne der Teufel bei Agricola; sächs. fries. henneklêd, Totenkleid. Ob Freund Hein, der Tod, daraus etwa verderbt ist? χanni̯ê wäre als Töter zu deuten, der Stein ist Wodan dem Totengott, dem Seelenführer geweiht. Wodan-Mercurius zur Zeit des Tacitus war also nach Siebs Totengott. Much, ZfdA. 35, 207 u. Anzeiger 17, 184 stellt hanno zu an. hannarr geschickt, kunstfertig, griech. κοννεῖν, kennen. Es sei Wodan, der listenreiche Gott gemeint. Aber der nord. Zwergname Hannarr ist sehr bedenklich für diese Etymologie. Scherer, Berliner Sitzungsberichte 1884, 1, 577 dachte an eine Verkürzung: Mercurio Channini[fatium], an Wodan der Canninefaten. Alle Deutungen sind ganz unsicher.