Note 313 — ZWEITES HAUPTSTÜCK. (continued 2)
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Die urgermanische Form des Namens war ƕôdanaȥ, as. Wôdan, ags. Wóden, anorw. aisl. Oþenn Ođinn, aschw. Oþan; zu den nordischen Formen Noreen, An. Gr. 1. Aufl. § 167, 3b; ebenda 2. Aufl. § 228, 1. Über Suffix -ana Kluge, Nominale Stammbildungslehre § 20, Brugmann, Grundriss 2 § 67, S. 144. Im Althochdeutschen kommt zwar der Gott selber nicht vor, aber der Name teils als Appellativum ƕuotan, tyrannus, herus malus in Glossen, teils als Mannsname Wuotan in Urkunden; Belege bei J. Grimm, Myth. 1, 120; 3, 48 ff. Der ahd. Name ist natürlich vom Gott abgeleitet und zeigt, dass Wodan in der späteren Zeit des Heidentums auch im Süden nicht unbekannt war. Die Erklärung des Namens hat vom Begriff „Wut“ auszugehen. J. Grimm, Myth. 1, 121 schlug vor das Verb. ƕadan ƕôd, an. vađa óđ, waten, durchdringen. Wôdan sei demnach das allmächtige, alldurchdringende Wesen, qui omnia permeat. Die Ableitung ist viel zu geistig. Zimmer, ZfdA. 19, 172, 179 f., Mannhardt, ebenda 22, 4 stellen den indischen Windgott Vâta als Urbild des german. Wodan auf. Ihnen folgen Mogk und E. H. Meyer. Doch vâta ist idg. u̯éto, gr. ἀϝήτες Brugmann, Grundriss 2 § 79, S. 210, eine Nebenform zu u̯ento, Wind, und entspricht lautlich keineswegs Wodan. Im Anschluss an Zimmers Behauptung zeigt V. Rydberg, undersökningar i germanisk mythologi 2, 29 ff. das glänzende Bild des Vàta-Vâyu als Sturm- und Kriegsgott, natürlich um Wodans Gestalt als indogermanisch zu retten. Man lernt nur, wie sich eine solche Göttergestalt aus der Naturbeseelung, aus dem persönlich gedachten Sturm auch anderswo entwickeln kann. Kluge (bei Bradke, Dyâus Asura, Halle 1885, S. X Anm.) vermutet idg. u̯âtenós (lat. vates, air. fáith), germ. ƕôdanaȥ, Herr des Gesanges. Gleich der Deutung J. Grimms nimmt auch die Kluges Wodan in seiner höchsten und letzten Entwicklung zum Ausgangspunkt, verzichtet auf die nächstliegende natürliche Anknüpfung und sucht eine künstliche auf. Das Rechte sah schon Adam von Bremen, wenn er sagt: Wodan id est furor.