Note 294 — ZWEITES HAUPTSTÜCK. (continued 2)
Reading edition
Der Ausdruck ist zuerst aus dem 12. Jahrh. zu belegen, in des Pfaffen Konrad Rolandslied S. 204, 16 heisst Pharaos vom Meer verschlungenes Heer sîn ƕôtigeȥ her; in Konrads von Heimesfurt „Urstende“ aus der ersten Hälfte des 13. Jahrh. werden die Juden, welche den Heiland überfallen, daȥ ƕuetunde her genannt. Im Moritz von Craon 1563 und in Strickers Karl 6810 steht daȥ ƕüetende her. Michel Behaim im Gedicht von den Wienern 176, 5 redet von „schreien und ƕufen als ob es ƕer das ƕutend her“. Zingerle, Findlinge 2, 128 „des tûvels ƕûtendeȥ her“. Im Gedicht von Heinrich dem Löwen nach der Handschrift von 1474 (Massmann, Denkm. deutscher Spr. u. Litt. S. 132) heisst es: „da qƕam er under das ƕoden her, da die bösen geiste ir ƕonung han.“ Bei Geiler von Kaisersberg wird das ƕütede oder ƕütische heer (Omeiss 36 ff.), bei Hans Sachs I, III, 696 das ƕüetend her erwähnt. Bei v. d. Hagen Gesamtabenteuer Nr. 55, 1290 begegnet die Beschwörung:
bî deus salter ich dich sƕer und bî ƕutungis her.
Also darf die Bezeichnung wütiges, wütisches oder wütendes Heer als ziemlich alt erachtet werden. ƕoden her, ƕutungis her sind nur abgeschliffene participia praesentis vgl. Weinhold, Mhd. Grammatik § 219 und 401 und dürfen nicht persönlich im Sinne von Eigennamen ausgelegt werden.