Note 25 — XI. Gesundheitspflege.
Reading edition
Ich habe die letzten Seiten aus einem besonderen Grunde meinem Buche ‚Goethes Leben im Garten am Stern‘ entnommen. Über Goethes Leipziger und Frankfurter Krankheit ist von Medizinern und Philologen Verschiedenes gemutmaßt, da die vorliegenden Mitteilungen nicht eben sicher auf ein bestimmtes Leiden schließen lassen. B. Fränkel in Berlin hat in der ‚Zeitschrift für Tuberkulose‘ (1910) als „des jungen Goethe schwere Krankheit“: „Tuberkulose, keine Syphilis“ aufgestellt. Um nun zu zeigen, wodurch Goethe sein schweres Lungenleiden überwunden habe, druckte Fränkel die eben mitgeteilten Seiten aus meinem Buche, die ich ohne jeden Gedanken an solche Krankheit und Kur geschrieben, wörtlich ab und fügte hinzu: „Der aufmerksame Leser wird nicht verkennen, daß in dieser Abhärtungsmethode Goethes Grundzüge der modernen Phtisiotherapie enthalten sind, z. B. das Wohnen im Gartenhaus, das Arbeiten und Schlafen im Freien usw. Vielleicht haben wir es ihnen zu verdanken, daß uns die Tuberkulose nicht, wie Dies von Schiller bekannt ist, auch das kostbare Leben Goethes verkürzte. Jedenfalls erkannte und betätigte das gleichzeitig beobachtende und intuitive Ingenium Goethes die Prinzipien, mit denen jetzt die Empirie der Ärzte die Tuberkulose zu heilen sucht.“ – –
Wir können diese Gesundung Goethes noch heute mit Augen sehen, wenn wir seine Bildnisse nacheinander betrachten. Ich meine diese Reihenfolge: Relief von Melchior 1774 – Zeichnung von Lips nach dem verlorenen Relief eines Schülers von Nahl 1774 – Schattenrisse in Ayrers Sammlung – Vorder- und Seitenansicht von May 1779 – Juel 1779 – Büsten von Klauer – Angelika Kauffmann 1787/88 – Lips 1791 – Bury 1800 – Jagemann 1817. Hier in diesem Buche kann ich nur einige davon zeigen.