Note 4 — I. Zur Einleitung.
Reading edition
Als erstes Beispiel sei hier genannt das “Buch vom Apfel”4, darin Aristoteles dieselbe Rolle spielt wie Sokrates in Platon’s Phädon. Als nämlich der Philosoph seinem Ende nahe, besuchen ihn einige Schüler, die ihn frohen Mutes finden, was sie veranlasst, Belehrung über das Wesen und die Unsterblichkeit der Seele von ihrem hinscheidenden Meister zu erbitten. Dieser führt darauf etwa folgendes aus: Das Wesen der Seele besteht in Wissen, und zwar in seiner höchsten Form, der Philosophie. Eine vollkommene Erkenntnis der Wahrheit ist deshalb die Seligkeit, die nach dem Tode der wissenden Seele bevorsteht. Und wie das Wissen mit höherer Erkenntnis belohnt wird, so besteht die Strafe für Nichtwissen in tieferer Unwissenheit. Es gibt ja überhaupt im Himmel und auf Erden nichts anderes als Wissen und Nichtwissen und die Vergeltung, die beide in sich selbst finden. Auch ist weder die Tugend wesentlich vom Wissen verschieden, noch das Laster vom Nichtwissen: sie verhalten sich zu einander ähnlich wie das Wasser zum Eise, in verschiedener Form dasselbe.