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Geschichte der Medizin. II. Band, Erster Teil

Note 4 — Zur Vorgeschichte.

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Das Druidentum — ursprünglich vielleicht keine indogermanische Institution — wurde von Britannien nach dem Kontinent gebracht, blieb aber in Gallia cisalpina, in den östlich vom Rhein gelegenen keltischen Gegenden, im Donaubecken, ebenso wie bei den Galatern in Kleinasien unbekannt. Die Druiden bildeten eine überaus mächtige, wegen ihres Wissens hoch angesehene, wegen ihrer Zauberkunst gefürchtete Korporation, deren Mitglieder als Priester und Seher, als Lehrer und Erzieher, als Richter und Aerzte tätig waren. Der Unterricht, den sie ihren zahlreichen Zöglingen erteilten, erstreckte sich auf Theologie, Moralphilosophie, Psychologie, Rhetorik, Naturkunde, Mathematik, Astronomie, Rechtskunde, Arzneiwissenschaft, Musik, Dichtkunst und Magie; den in Verse gebrachten Lehrstoff mußten sich die Schüler durch Auswendiglernen (von 20000 Versen) aneignen; die Niederschrift war streng verboten, wodurch die Geheimhaltung der Lehre bezweckt wurde. Berühmte Druidenschulen gab es zu Chartres, Bordeaux, Autun, Besançon. Die britannischen Druiden sollen die gallischen in mathematischen, astronomischen und praktischen mechanischen Kenntnissen übertroffen haben. Neben den Druiden gab es auch Druidinnen, welche sich besonders mit Wahrsagerei und Zauberei abgaben. Die Macht des Druidentums in Gallien wurde nach der Eroberung des Landes durch die Römer gebrochen, an Stelle der Druidenschulen traten gallo-römische Bildungsanstalten (oft durch Umwandlung aus den ersteren entstanden), aber trotz der Verfolgungen unter Tiberius und Claudius (aus politischen Gründen) erhielt sich der Druidismus im geheimen mit Zähigkeit noch jahrhundertelang, wobei die magische, scharlatanhafte Seite seines Wesens immer mehr ausschließlich zur Geltung kam. Noch im 5. Jahrhundert und später mußte die Kirche alles daran setzen, um gewisse, aus der Druidenzeit erhaltene, Volksgebräuche zu beseitigen.

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