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Geschichte der Medizin. I. Band

Note 55 — Die Medizin der Hippokratiker im allgemeinen.

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Auf den richtigen Zeitpunkt (καιρός) wurde ganz besonderer Wert gelegt; denn dieser ist rasch enteilt (Aphor. I, 1). Im 5. Kapitel de morb. I wird über die „günstigen Augenblicke“ gehandelt. Am dringendsten ist das rasche ärztliche Eingreifen bei der Ohnmacht, bei Erstickungsanfall, bei Verhaltung des Harnes und Stuhles, bei gebärenden oder abortierenden Frauen etc. Wo es nur auf Schmerzlinderung ankommt, eilt es nicht. Bei gewissen Fällen ist am Morgen, am Abend, an jedem dritten oder vierten Tage oder alle drei Monate der Augenblick zum Eingreifen gekommen. — Bemerkenswert ist es, daß die hippokratische Medizin auch hier auf die Krankheitserscheinungen oder gewisse empirisch anscheinend festgestellte Tatsachen Rücksicht nimmt und sich nicht wie die orientalische Medizin an eine feste Schablone bindet. Dies zeigt sich besonders darin, daß man sich bei Vornahme des Aderlasses nicht an bestimmte Tage band.

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