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Gedichte und Sprüche in Auswahl

Note wunderwol — DIE HERRLICHE FRAU

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DIE HERRLICHE FRAU. wunderwol, wunderbar schön. – ich setze ir minneclîchen lîp: ich räume ihrem lieblichen Leibe eine würdige Stelle ein in meinem kunstvollen Gesang; ich bin gern bereit, allen Frauen zu huldigen; doch habe ich mir diese auserwählt, ein anderer kennt die seinige: ich habe nichts dagegen, wenn er diese lobt, selbst wenn es mit meiner Tonweise und meinen Worten (meinen eigenen Liedern) geschieht. – als, als wenn, wie wenn. – joch, auch. – dâ abe, davon, daraus. – dâ inne, darin. – ersehen, schauen; spiegeln. – mir s' = mir sie, nämlich die beiden Sterne (Augen). – haben, halten: o daß sie mir die Augen so nahe rückte, daß ich mich darin schauen könnte! – sô, dann. – jungen, jung werden. – und, wenn. – mir gernden siechen, mir Sehnsuchtskranken. – mir wirt baz, ich werde von etwas erlöst, befreit. – seneder sühte, von der Liebeskrankheit. – flîz haben eines dinges, Sorgfalt auf etwas verwenden. Gott verwandte auf ihre Wangen so große Sorgfalt. – streich: Präteritum von strîchen, streichen. – rœseloht, rosig; liljenvar, lilienfarbig. – vor sünden, ohne mich zu versündigen. – tar, mich getraue, darf. – himelwagen, das Sternbild des großen Bären. – hêr, vornehm, stolz: erhebe ich sie gar zu hoch, so kann es leicht geschehen, daß mein Lob meinem Herzen zum Schmerz (sêr) gereicht. – küssen, Kissen, Polster, so nennt der Dichter wortspielend die rotschwellenden Lippen. – ûf stân, erstehen, sich erheben. – nôt, Drangsal: so würde ich dieser Pein ledig. – smecken, riechen, duften. – sô, wenn. – iender, irgend, nur. – regen, bewegen, berühren. – allez, gänzlich, durchaus; als wenn es durch und durch aus Balsam bestände. – so dicke, so oft. – kel, der Hals. – ietweder, jeder von beiden, beide. – ze wunsche wolgetân, wie man nur wünschen kann, aufs beste, vollkommenste geschaffen; wenn ich daneben (zwischen Hals und Fuß) etwas loben darf, so meine ich allerdings noch mehr gesehen zu haben. – decke blôz, Imperativ, decke das Bloße! vielleicht ein Ausdruck aus dem Fechtunterricht, Zuruf des Lehrers. – mîn niht, nichts von mir, mich nicht. – schôz, traf, verwundete. – stichet noch, schmerzt noch (wie eine Wunde). – als, ganz so wie, wie. – dô, damals. – die reinen stat, die reine, schöne Stätte.

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