Note steine — DER WAHLSTREIT
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DER WAHLSTREIT. stein, Fels. – dahte, von decken, ebenso saste von setzen. – gesmogen von smiegen: geschmiegt. – daz wange, die Wange. – ange, dicht an-, umschließend, dann bildlich: mit ängstlicher Sorgfalt. – wes, weshalb. – der, deren, von denen. – diu zwei, zwei davon. – varnde guot, bewegliche (hier = vergängliche, irdische) Habe. – diu übergulde, was mehr gilt: die mehr wert ist als die beiden andern. – mêre, jemals wieder. – benemen, entziehen, unmöglich machen: Weg und Steg sind ihnen verlegt. – diu sâze, der Hinterhalt. – wazzer, Fluß. – diezen, tosen, rauschen. – fliezen, vom fließenden Wasser getrieben werden; schwimmen. – der keinez, keines von ihnen. – haz, Feindschaft. – starke stürme, gewaltige Kämpfe. – sam, ebenso. – under in, unter sich. – sie = sie en, wenn sie nicht. – zunge, Sprache, Nation, Volk: deutsche Sprache = Deutschland. – bekêrâ dich, kehr um. – der zirke, Zirkel, goldener Reif als Kopfschmuck der Fürsten. – ze hêre, zu stolz, hochmütig: die einfachen Fürstenkronen (Fürsten) sind (gegenüber der Königskrone, Reichsgewalt) zu übermütig geworden. – die armen künege, damit sind nicht die Bewerber um den deutschen Thron gemeint, sondern die ausländischen Könige (von England, Frankreich, Dänemark), die nach der staufischen Doktrin des kaiserlichen Weltimperiums im Verhältnis zum Vertreter der Reichsgewalt als arm, d. h. niederen Ranges erscheinen. – dringen, drängen. – en gekürzt aus den. – der weise, der kostbarste Edelstein in der deutschen Kaiserkrone, den der Sage nach Herzog Ernst aus dem hohlen Berge mitgebracht hat; den Namen führt er, weil ihm an Größe und Wert kein anderer gleichkommt, er also der Einsame, Verwaiste ist. – Philippe ist Dativ: Deutschland wird aufgefordert, Philipp zu krönen. Dabei ist zu bemerken, daß Philipp als Bruder des vorigen Kaisers und als Reichsverweser die Kleinodien in Verwahrung hatte. Als Walthers Wunsch nachher in Erfüllung ging, freute er sich, wie schön die Krone dem kaiserlichen Haupte Philipps stehe, wie das edle Gestein und der junge König einander anleuchten und nun der Waise aller Fürsten Leitstern sei. – hinder sich, zurück. – man und wîbe ist gen. pl. – tougen, Geheimnis. Ich sah mit meinen Augen die Geheimnisse der Männer und Frauen, d. h. aller Welt. – liegen, lügen. »Papst Innocenz III. spielte in bezug auf die deutsche Kaiserwahl ein so feines Spiel, daß, wie er selber schreibt, bis zum Frühjahr 1199 beide Könige sich seiner Gunst rühmen konnten und in Deutschland laut die Rede ging, nicht auf die Wohlfahrt des Reiches, sondern auf seine Erniedrigung und Zerrüttung habe er es abgesehen.« – zwêne künege, unter diesen beiden betrogenen Königen sind die beiden Staufer Philipp und Friedrich, der zum König erwählte Sohn Kaiser Heinrichs VI., zu verstehen. – der meiste, der größte. – sich zweien, sich trennen, entzweien. – vor bedeutet den Vorzug: über. – lîp unde sêle, d. h. jener durch die Laien, diese durch die Geistlichkeit. – diu stôle, das priesterliche Hauptgewand; Symbol der geistlichen Gewalt. – sie bienen: sie bannten. Das bezieht sich auf den vom Kardinallegaten am 29. Juni 1201 über Philipp und seine Anhänger verhängten Bann. – niuwet (ahd. niowiht), nicht: und nicht denjenigen, den sie sollten, nämlich Otto, der nach Walthers Ansicht den Bann allein verdient hätte. – stôrte, zerstörte. – diu ungebære, Wehklage. – ein klôsenære, über diesen Klausner, den Walther noch an zwei andern Stellen nennt, ist schon viel hin und her geraten worden, ohne daß die Frage zu einem sichern Entscheid gebracht wäre. – ôwê, der bâbest ist ze junc, Papst Innocenz III. war bei seiner Wahl (8. Jan. 1198) 37 Jahre alt. Dies für einen Papst jugendliche Alter wurde in staufischen Kreisen mit seinen reformatorischen Plänen und seinem gewalttätigen Vorgehen gegen die weltliche Macht in Verbindung gebracht.