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Erziehung und Unterricht der Blinden

Note 30 — VI. Die Geistesbildung.

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Es ist eine bedeutsame Eigenschaft der Komplikation, daß unter den Teilvorstellungen sehr leicht eine zur herrschenden wird, während die anderen zurücktreten. Das Streben des Blindenunterrichts soll, wie mehrfach gezeigt, dahin gehen, daß die Tastvorstellungen das Übergewicht erhalten. Es muß aber auch folgendes gesagt werden:

Es gibt in der Art der Auffassung bei den Blinden wie bei den Sehenden große individuelle Unterschiede. Die „Psychologie der individuellen Differenzen“ spricht von sog. Typen, Erscheinungen des Seelenlebens, die auf einem bestimmten Gebiet eine Abweichung von dem gewöhnlichen Verlauf darstellen. Es gibt Blinde, bei denen trotz sorgfältigsten Tastunterrichts die mit der Anschauung verbundenen akustischen Merkmale die Herrschaft und Führung im Vorstellungsleben übernehmen, während bei der Mehrzahl der sachgemäß unterrichteten Blinden die Tastanschauungen das Vorstellungsleben beherrschen. Man kann darum von einem akustischen oder auditiven und einem taktilen Typus sprechen. Auditive Typen kommen, wie leicht begreiflich, besonders häufig unter den blinden Musikern vor.

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