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Erotika Biblion

Note 8) — Anagogie

Paul Hansmann translation

Tatsächlich, welcher Gedankenfeinheit hat es nicht bedurft, wie der berühmte Herr d’Alembert nach dem geistvollen und manchmal erhabenen Diderot bemerkt, um dahin zu gelangen? Der Blinde lernt alles nur durch den Tastsinn kennen; er weiß, daß man sein Gesicht nicht sehen kann, obwohl man es zu berühren vermag. „Die Sehkraft,“ folgert er, „ist also eine Art Tastsinn, der sich nur auf die Gegenstände erstreckt, die verschieden vom Gesicht und von uns entfernt sind.“ Der Tastsinn gibt ihm überdies noch den Begriff des Hervortretens. Daher ist der Spiegel ein Werkzeug, welches uns außerhalb von uns selbst erhaben hervortreten läßt. Das Wort erhaben ist kein Pleonasmus. Wenn der Blinde sagte, „außerhalb von uns selbst hervortreten läßt“, würde er eine Abgeschmacktheit noch dazu sagen, denn wie einen Gegenstand begreifen, welcher die Dinge verdoppeln kann? Das Wort erhaben paßt nur auf die Oberfläche; also heißt für uns „außerhalb von uns selbst erhaben hervortreten lassen“, die Darstellung unseres Körpers außerhalb von uns selbst bewerkstelligen. Diese Bezeichnung ist stets ein Rätsel für den Blinden, doch sieht man, daß er das Rätsel, so gut es ihm möglich war, zu vermindern gesucht hat.

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