Note 14 — 5. Die Pathe der Grottennymphen.
F. (Ferdinand) Löwe translation
Die Vorstellung vom Waldgotte ist in der finnischen Mythologie reich ausgebildet, wo er am häufigsten unter dem Namen Tapio vorkommt und an der Spitze einer großen Hofhaltung (Tapiola) stehend gedacht wird. Er erscheint als ein alter Mann mit dunkelbraunem Barte, mit einem hohen Hut aus Föhrennadeln und einem Pelz aus Baummoos. Die hohe Verehrung, die ihm geweiht wird, theilt er mit seiner Gemahlin Miellikki. Wenn die Jagd ungünstig ausfällt, zürnt Tapio, der oft auch Waldgreis, Tapiola's (Tapioheim's) Alter heißt und zuweilen als Erdenwirth, Waldkönig, Gabenspender ja als erster Gott und großer Schöpfer oder Spender bezeichnet wird, so daß man an den späteren griechischen Pan erinnert wird. Spuren der Verehrung dieses Gottes sind wohl in dem Feste metsa- oder metsiku-pidu, das noch bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts in Estland gebräuchlich war, erhalten. Es wurde nämlich eine (am Tage Mariä Verkündigung angefertigte) große Strohpuppe auf eine lange Stange gesteckt, im Dorfe unter Gesang herumgetragen und dann in den Wald gebracht und auf einen Baum gestellt. Ein wildes ausgelassenes Fest schloß sich an. Vgl. Castrén, Vorles. über finn. Mythol. S. 92 ff. Boecler-Kreutzwald: Der Esten Gebräuche, S. 12-13, 81-82 L.