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Ehstnische Märchen

Note 2 — 1. Die Goldspinnerinnen.[1]

F. (Ferdinand) Löwe translation

Donnerstag und Sonnabend galten den Ehsten in vorchristlicher Zeit für heilig. Im Kalewipoëg, Gesang XIII, V. 423 kocht der Höllenkessel am Donnerstag stärkende Zauberspeise. Nach Rußwurm, Sagen aus Hapsal und der Umgegend, Reval 1856, S. 20, erhalten die Unterirdischen (vgl. Märchen 17), was am Sonnabend oder am Donnerstag Abend ohne Licht gearbeitet wird. Vgl. Kreutzwald zu Boecler, der Ehsten abergläubische Gebräuche &c. (St. Petersburg 1854) S. 97-104. Wenn der oberste Gott der Ehsten, Taara, sich sachlich und lautlich an den germanischen Thor anschließt, so ist aus der jetzigen ehstnischen Bezeichnung des Thortags, Donnerstags, jede Erinnerung an Taara-Thor getilgt; der Donnerstag heißt ehstnisch einfach nelja-päew, d. i. der vierte Tag. (Montag der erste, Dienstag der zweite, Mittwoch der dritte oder auch Mittwoch, Freitag = Reede, corrumpirt aus plattd. Frêdag, Sonnabend = Badetag, Sonntag = heiliger Tag, Feiertag.) L.

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