Note 49 — III. Anfänge und Entwicklung der Räder- und Gewichtuhren.
Reading edition
Der bekannte Philosoph Cardanus (1501–1576) hat als einer der Ersten sehr interessante Gedanken über die Federuhren veröffentlicht in seinem Werke Exæreton Mathematicorum (Band IV der Lyoner Ausgabe von 1663 in zehn Foliobänden), Propositio 156 und 157. Propositio 158 behandelt die Einrichtung des Schlagwerkes. In seinem Hauptwerke „de subtilitate,” lib. XXI, p. 362 gibt er die Beschreibung der „mola horologii” (Uhrfeder); ebendaselbst p. 612 lib. XVII wird die Erfindung der Uhren ohne Gewicht erwähnt. An gleicher Stelle befindet sich auch eine Besprechung der „Cardanischen Aufhängung,” die ihm übrigens mit Unrecht zugeschrieben wird. In seinen Schriften erscheint er als ein excentrisches Genie; er rühmt von sich, bloß zu dem Zwecke geboren zu sein, um die Welt von ihren Irrtümern zu erlösen, behauptet auch, in je 24 Stunden griechisch, lateinisch, französisch und spanisch gelernt zu haben. Seine Verdienste in der Mathematik sind bedeutend, in seiner Ars magna gibt er die Auflösung kubischer Gleichungen; er erfaßte auch zuerst den Begriff der negativen Wurzel einer Gleichung. Man erzählt von ihm, er sei 1576 den freiwilligen Hungertod gestorben, nur um die astrologische Vorhersage seines Endes wahr zu machen.