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Die Deutschen Familiennamen, geschichtlich, geographisch, sprachlich

Note 58 — I. Abhandlung.

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Wendehals, Streckfuß und ähnliche Bezeichnungen bedeuteten ursprünglich so viel als ein Hals zum Wenden, ein Fuß zum Strecken (wie Lockvogel „ein Vogel zum Locken“, Gießkanne „eine Kanne zum Gießen“). Diese wurden später umgedeutet, man sah in dem ersten Gliede einen Imperativ, und so entstanden die imperativischen Namen. Wie kann man aber dazu aufgefordert werden, den Frieden zu stören, nicht gut zu tun usw.? Die imperativische Bedeutung rechtfertigt sich dadurch, daß dem, an welchem eine Eigenschaft oder Gewohnheit haftet, gleichsam zugerufen wird, das zu tun, was er ohnehin und immer tut, und was man an ihm wahrzunehmen gewohnt ist. Ein Friedensstörer, einer der nicht gut tut, wird ironisch aufgefordert zu tun, was er doch nicht läßt, und so erhält er den Namen Störenfried, Tunichtgut. Findet eine solche Aufforderung doch auch in Wirklichkeit öfters statt. Unvorsichtigen und Leichtsinnigen hört man im täglichen Leben zurufen: Schneide dich! Fall herunter und brich den Hals! Trotzigen: Ja trotze noch! (S. Andresen, Imperativnamen. Archiv für neuere Sprachen, Bd. XLIII, S. 296).

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