Note 11 — I. Abhandlung.
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Es finden sich wohl Namen, die mit lieb zusammengesetzt sind: Liubgard, mit blid (freundlich, heiter): Bliddrud, mit flat (schön): Albofledis (Elfenschön) — aber sie sind mehr vereinzelt in der Menge. Dagegen kommt nach andern Seiten hin das eigentümlich Weibliche zu entschiedenem Ausdruck. So in den auf Rat hinzielenden Namen. Wie sehr Frauenrat bei den Germanen geehrt und beachtet wurde, beweist die Sitte, daß man erst dann in den Kampf ging, wenn die Weiber durch Los oder Weissagung erklärt hatten, daß eine Schlacht ratsam sei. Man glaubte eben in Priesterinnen und anderen geistig hervorragenden Frauen eine geheimnisvolle, weissagerische Kraft. Daher nun, abgesehen von den Zusammensetzungen mit Rat, die zahlreichen Namen, die von dem Worte run (Geheimnis, Zauber) gebildet sind: Runhild, Friderun (Friedenszauberin), Sigirun (Siegzauberin). Das Schaffen des Weibes im geschlossenen häuslichen Kreise heben die Namen auf gard hervor, wie Adalgard, Irmingard, das Bergen (schützen, bewahren) die auf birga (berga) und burg, die sämtlich weiblich sind: Amalabirga, Dietberga, Sigiburg, Waltburgis.