Note 30 — Zweiter Theil. Deutschland und Europa. (continued 2)
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Die Einsicht in diese Wahrheit ist es, welche die Städteordnung in Preußen gegründet hat; sie ist es auch, welche neuerlich die Provinzialstände wieder belebt hat. Vielleicht wundert man sich, daß wir, wo von Preußen die Rede ist, zwischen der Periode vor dem Jahr 1840, und der nach diesem Jahre nicht scharf unterscheiden. Uns erscheint es ungerecht zu verkennen, daß früherhin schon dieselben, ja noch größere Keime gelegt waren als heute; es handelt sich nur um ihre Entwicklung, und darüber läßt sich in diesem Augenblicke noch kein kompetentes Urtheil fällen. Jedenfalls ist in seinem Charakter als Großmacht nach außen Preußen dasselbige geblieben. Wenn dieser Staat, trotz der Freiheit seiner Gemeinden, trotz seiner Provinzialstände, trotz seiner germanischen Heerverfassung, und unter dem redlichsten persönlichen Willen, bis 1840 die Mittel gefunden hat, eine bureaukratische Militärmonarchie zu bleiben, warum sollt’ er sie nicht auch nach 1840 finden? — Was übrigens die konstitutionellen Hoffnungen betrifft, die man einige Zeit gehegt hat, so sollten wir Deutsche nie vergessen, daß Preußen, wie es ist, eine Mitte bildet zwischen Oestreich und den übrigen deutschen Staaten, wodurch die Gemeinschaft gefördert wird. Stünde Preußen an der Spitze des konstitutionellen Deutschlands, so würde die Entfremdung von Oestreich vollständig werden. Schon jetzt haben so viele Deutsche verlernt, ihre Landsleute in Oestreich als Brüder zu betrachten; dem ganzen Westen liegt Paris näher als Wien. Wie wenn diese beklagenswerthe Trennung noch erweitert würde? Lieber kein einiges Deutschland als eines ohne Oestreich. In diesem Sinn also schulden wir Preußen Dank, so wie für die Enthaltsamkeit, mit der es verschmäht, ganz Deutschland an sich zu ziehen; was doch nur in seinem Willen läge. Ueberhaupt, es ist allewege wünschenswerther, daß Deutschland zu den Großmächten komme, denn daß diese zu Deutschland kommen.