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Der Witz und seine Beziehung zum Unbewußten

Note 40 — B. Synthetischer Teil.

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Wenn ich mir hier gestatten darf, der Darstellung im Texte vorzugreifen, so kann ich an dieser Stelle ein Licht auf die Bedingung werfen, welche für den Sprachgebrauch maßgebend scheint, um einen Witz einen „guten“ oder einen „schlechten“ zu heißen. Wenn ich mittels eines doppelsinnigen oder wenig modifizierten Wortes auf kurzem Wege aus einem Vorstellungskreis in einen anderen geraten bin, während sich zwischen den beiden Vorstellungskreisen nicht auch gleichzeitig eine sinnvolle Verknüpfung ergibt, dann habe ich einen „schlechten“ Witz gemacht. In diesem schlechten Witz ist das eine Wort, die „Pointe“, die einzig vorhandene Verknüpfung zwischen den beiden disparaten Vorstellungen. Ein solcher Fall ist das oben verwendete Beispiel: Home-Roulard. Ein „guter Witz“ kommt aber zu stande, wenn die Kindererwartung Recht behält und mit der Ähnlichkeit der Worte wirklich gleichzeitig eine andere wesentliche Ähnlichkeit des Sinnes angezeigt ist, wie im Beispiel: Traduttore-Traditore. Die beiden disparaten Vorstellungen, die hier durch eine äußerliche Assoziation verknüpft sind, stehen außerdem in einem sinnreichen Zusammenhang, welcher eine Wesensverwandtschaft von ihnen aussagt. Die äußerliche Assoziation ersetzt nur den innerlichen Zusammenhang; sie dient dazu, ihn anzuzeigen oder klarzustellen. Der „Übersetzer“ heißt nicht nur ähnlich wie der Verräter; er ist auch eine Art von Verräter, er führt gleichsam mit Recht seinen Namen.

Der hier entwickelte Unterschied fällt mit der später einzuführenden Scheidung von „Scherz“ und „Witz“ zusammen. Es wäre aber Unrecht, Beispiele wie Home-Roulard von der Erörterung über die Natur des Witzes auszuschließen. So wie wir die eigentümliche Lust des Witzes in Betracht ziehen, finden wir, daß die „schlechten“ Witze keineswegs als Witze schlecht, d. h. ungeeignet zur Erzeugung von Lust sind.

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