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Der Witz und seine Beziehung zum Unbewußten

Note 29 — A. Analytischer Teil. (continued 2)

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Ich will mich der früher erwähnten eigentümlichen Negativrelation des Witzes zum Rätsel, daß der eine verbirgt, was der andere zur Schau stellt, bedienen, um die „Unifizierung“ besser, als obige Beispiele es gestatten, zu beschreiben. Viele der Rätsel, mit deren Produktion sich der Philosoph G. Th. Fechner die Zeit seiner Erblindung vertrieb, zeichnen sich durch einen hohen Grad von Unifizierung aus, der ihnen einen besonderen Reiz verleiht. Man nehme z. B. das schöne Rätsel Nr. 203 (Rätselbüchlein von Dr. Mises. Vierte vermehrte Auflage, Jahreszahl nicht angegeben):

„Die beiden ersten finden ihre Ruhestätte Im Paar der andern, und das Ganze macht ihr Bette.“

Von den beiden Silbenpaaren, die zu erraten sind, ist nichts angegeben als eine Beziehung zueinander, und vom Ganzen nur eine solche zum ersten Paar. (Die Auflösung lautet: Totengräber.) Oder folgende zwei Beispiele von Beschreibung durch Relation zu dem nämlichen oder wenig modifizierten dritten:

Nr. 170. „Die erste Silb’ hat Zähn’ und Haare, Die zweite Zähne in den Haaren. Wer auf den Zähnen nicht hat Haare, Vom Ganzen kaufe keine Ware.“ (Roßkamm.)

Nr. 168. „Die erste Silbe frißt, Die andere Silbe ißt, Die dritte wird gefressen, Das Ganze wird gegessen.“ (Sauerkraut.)

Die vollendetste Unifizierung findet sich in einem Rätsel von Schleiermacher, das man nicht anders als witzig heißen kann:

„Von der letzten umschlungen Schwebt das vollendete Ganze Zu den zwei ersten empor.“ (Galgenstrick.)

Die größte Mehrzahl aller Silbenrätsel ist der Unifizierung bar, d. h. das Merkmal, aus dem die eine Silbe erraten werden soll, ist ganz unabhängig von dem für die zweite, dritte Silbe und wiederum von dem Anhaltspunkt für’s selbständige Erraten des Ganzen.

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