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Das Proletariat und die Waldungen, mit besonderer Berücksichtigung der bayerischen Rhein-Pfalz

Note 21 — Ursachen der Forstfrevel und deren Unterscheidung.

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Hierauf erfolgte von einem fränkischen Forstmanne folgende wörtliche Erwiederung: „Das Institut der Forstgehülfen wird allerdings, da in dieser Anstalt viele Anomalien zu erkennen sind, den wesentlichsten Reformen unterliegen müssen. Schon die Unterkunft dieser Personen ist mit großen Behinderungen verknüpft, da sich die Forstdomänen-Gebäude in der Regel nur an dem Sitze der Revierverwalter vorfinden, und in entlegenen Ortschaften oder Weilern keine brauchbare Wohnungen für dislocirte Gehülfen vorhanden sind. So werden schon Verlegenheiten aller Art bereitet und anderseits kann dem Forstverwalter billiger Weise die Verpflegung der Gehülfen nicht zugemuthet werden.“ — Die Forstgehülfen sollen ausschließend zum Forstschutze verwendet werden. Denke man sich einen solchen, jahrelang dauernden Zustand! Haben sich diese Männer durch Erziehung oder öffentlichen Unterricht auf Gymnasien, Hochschulen oder Forstakademien eine tüchtige Bildung angeeignet, so muß ihnen der Fortschritt zum moralischen Bedürfniß werden. Allein, wenn sie sich blos dem Waldschutze hingeben sollen, das Loos eines gewöhnlichen Waldhüters theilen müssen, so ist ihre Bestimmung keine ehrebringende, sie sind durch dieselbe ausgemerzt aus der Reihe der Gebildeten. Der frühere Eifer für das Studium erkaltet wie ein verglimmender Brand, mit ihm erstirbt, was Herz und Gemüth erwärmt; der Hang zum Herumschlendern wird durch Gewohnheit erzeugt, der Mensch findet und erkennt sich nicht mehr, seine bessere Hälfte ist zu Grabe getragen, die Poesie des Lebens zur nackten Prosa geworden — und es ist eine verlorne Zeit!

Für solche junge Männer wäre es eine edlere Bestimmung, sich in Wirkungskreisen, wo Nahrung für Geist und Thatkraft ist, zu bewegen, sie nur allein zur Assistenz bei den Forstgeschäften zu verwenden. Ihre seitherige Funktion wird mit besserem Erfolge durch Aufseher aus der Klasse der Landleute bekleidet werden können. Solche Aufseher, schlichte, abgehärtete Leute, ohne Ansprüche oder Bedürfnisse, involviren dem Staate keine wesentlichen Verpflichtungen. Bei einem mäßigen Gehalte finden sie ihre Subsistenz, mit Hilfe ihres Einkommens aus einem kleinen Grundbesitze gesichert und ihr Lebenswandel, ihr Fleiß entscheidet über die Dauer der Verwendung. Die gewünschte Anstalt der „Schutzförster“ möchte denn doch den Staatsfond stärker in Anspruch nehmen, als dies seither der Fall gewesen, sonst ist die Idee sehr praktikabel.

Jedenfalls wäre vordersamst der massenhafte Andrang zur Forstparthie, wodurch diese mehr verliert, als gewinnt, zu beschränken, um die augenfällige nothwendige Umformung des Gehülfen-Instituts anzubahnen. Dennoch giebt es immer noch Leute, die dem Fortbestehen dieses Instituts in seiner jetzigen Gestaltung standhaft das Wort reden; diese Leute gehören freilich einer verwitterten Zeit an, haben nichts gelernt und sehen jede Neuerung mit schelem Auge an. Die Staatsregierung wird indessen der Sache gewiß auf den Grund sehen, sobald nur einmal die Anregung gegeben ist. — Salvo meliori!

Ein Forstmann aus Franken.

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