Note 95 — „Krieg und Frieden”
O. R. Sylvester translation
(S. 55): Unter den Werken, die einen Einfluß auf ihn ausübten, gibt Tolstoi schon zwischen seinem 20. und 30. Lebensjahr folgende an:
„Goethe: Hermann und Dorothea... sehr großer Einfluß.”
„Homer: Ilias und Odyssee (in russisch)... sehr großer Einfluß.”
Im Juni 1863 schreibt er in sein Tagebuch: „Ich lese Goethe, und mancherlei Gedanken formen sich in mir.”
Im Frühjahr 1865 liest er aufs neue Goethe, und er nennt „Faust” die Dichtung des Gedankens, die Dichtung, die ausdrückt, was keine andere Kunst zum Ausdruck bringen kann. Später opferte er Goethe wie auch Shakespeare seinem Gotte auf. Aber seiner Bewunderung für Homer blieb er treu. Im August 1857 las er mit gleicher Ergriffenheit die Ilias und das Evangelium. Und in einem seiner letzten Bücher, der Schrift gegen Shakespeare (1903), stellt er Homer als Beispiel der Aufrichtigkeit, des Ebenmaßes und der wahren Kunst Shakespeare gegenüber.