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Das Leben Tolstois

Note 94 — „Eheglück”

O. R. Sylvester translation

(S. 55): Ein charakteristisches Zeichen dafür, daß das schöpferische Genie Tolstois Geist mit Beschlag belegt hat: sein Tagebuch bricht am 1. November 1865 auf dreizehn Jahre ab, zu dem Zeitpunkt, da er mitten in der Arbeit an „Krieg und Frieden” ist. Der Ehrgeiz des Dichters ließ den Monolog seines Gewissens verstummen. Diese Schaffensperiode ist zugleich eine Zeit des körperlichen Sichauslebens. Tolstoi ist versessen auf die Jagd. „Auf der Jagd vergesse ich alles...” (Brief aus dem Jahre 1864.) — Auf einem zu Pferde unternommenen Jagdausflug brach er sich den Arm (September 1864), und während seiner Genesung diktierte er die ersten Teile von „Krieg und Frieden.” — „Als ich aus meiner Ohnmacht erwachte, sagte ich mir: ‚Ich bin ein Künstler’. Ich bin es auch, aber ein einsamer Künstler.” (Brief an Fet, 23. Januar 1865.) Alle Briefe aus jener Zeit, die er an Fet schrieb, atmen Schöpferfreude. „Alles, was ich bis zu jenem Tage veröffentlicht habe, kommt mir wie ein Versuch vor.”

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