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Das Gedächtnis

Note 4 — III. Bewußtseinsvorgänge.

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Wie derartige Reize zustande kommen und wie sie von den Sinnesnerven fortgeleitet werden, um als Empfindungen in unser Bewußtsein zu treten, zeigen die beiden ersten Abbildungen. Unser Finger berührt einen heißen Gegenstand oder verletzt sich an einer Nadel; sofort wird der Finger auch schon zurückgezogen, ohne daß unser Wille daran beteiligt ist. Das geht so zu: Der heftige Reiz (Hitze, Stichverletzung) erregt eine Empfindungs-Nervenzelle, ein Sinneskörperchen, von denen Hunderte und Tausende auf Fingern, Lippen und anderen empfindlichen Stellen verteilt sind (Abb. 1). Jedes dieser Sinneskörperchen, die nur einige Tausendstel-Millimeter messen, ist von einer feinen Nervenfaser umstrickt, die sofort den Reiz bis zum Hinterhorn des Rückenmarks leitet. Dort löst er eine so starke Erregung aus, daß sie nach dem Vorderhorn zu (motorischen) Bewegungs-Nervenzellen überstrahlt und dort auch Erregung verursacht. Sie teilt sich der Bewegungsnervenfaser mit, die den dazugehörigen Muskel zusammenzieht und den Finger von der gefährdeten Stelle entfernt. Der Zuckungsbogen ist geschlossen, wir haben eine unwillkürliche Bewegung, eine Reflexbewegung, gemacht, an der unser Gehirn vorderhand gar keinen Anteil genommen hat.

Wesentlich zusammengesetzter werden die Vorgänge, wenn wir uns im Dunkeln tastend bewegen. Dann genügt nicht die einfache Zuckungsbewegung zum Schutz des bedrohten Gliedes. Dann springt die Erregung nicht sofort vom Hinter- zum Vorderhorn, sondern steigt erst im Hinterhorn aufwärts ins Großhirn. Verschiedene Hirnstellen sind daran beteiligt (Abb. 2). Die an dieser Stelle als Schmerz, Druck, Kälte oder Wärme in unser Bewußtsein tretende Empfindung wird unter Hinzutritt des Willens zu einem Bewegungsantrieb umgearbeitet, der von der Bewegungszone im Gehirn zum Muskel abwärts geleitet wird, das bedrohte Glied mit bewußter Absicht zu bewegen.

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