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Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit, 27. Band, 1880

Note 11 — ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.

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Ein merkwürdiges Beispiel mittelalterlicher Schraffierung, welche zufälliger Weise mit der bekanntlich erst aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrh. stammenden und erst im 18. Jahrh. allgemeiner verbreiteten Erfindung der bestimmten Bezeichnung der Metalle und Farben übereinstimmt, ist das Siegel des Grafen Bertold von Heiligenberg v. J. 1271, auf welchem die schwarze Stiege (scala santa?) gegittert schraffiert ist im glatten, weißen Felde, wogegen sie auf dem Siegel des Grafen Bertold v. J. 1254 punktiert erscheint. Auf den ältesten Zollern’schen Siegeln sind 2 Felder des schwarz und weiß quadrierten Wappens punktiert, später meist gegittert, seit der Mitte des 14. Jahrh. dagegen häufig nur erhaben u. vertieft graviert. Auf den Castell’schen Siegeln ist das roth und weiß quadrierte Wappen im 13. Jahrh. ebenfalls verschieden schraffiert; z. B. i. J. 1224 sind 2 Felder punktiert und 2 mit schrägen Kreuzen schraffiert; i. J. 1288 2 gegittert mit Punkten; i. J. 1311 schräg gegittert mit Punkten und im 14. Jahrh. meist nur erhaben und vertieft. Letztere Art der Unterscheidung der Tinkturen war im Mittelalter jedenfalls die gewöhnlichste auf allen plastischen heraldischen Darstellungen.

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