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Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit (1868)

Note 92 — ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.

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Auf mittelalterlichen Wappen kommt der Fall sehr häufig, mitunter als Beizeichen, vor, daß der untere Theil des Schildes ganz von Pelz, oder von Pelz und einer Farbe gestreift ist, was häufig die Ursache ganz falscher Blasonnierung aus Unkenntniß der heraldischen Pelzformen solcher Wappen war, — und noch ist. Es gab überhaupt in der ersten Zeit und bis in die Zeit, aus welcher die Züricher Wappenrolle stammt, außer den zusammengesetzten, meist aber monogrammatisch zusammengeschobenen, wie L. v. Ledebur sie nennt, keine mehrfeldigen Wappen. Wie sollte es auch solche gegeben haben, so lange dieselben auf dem wirklichen Schilde geführt wurden, welcher nur aus einem Felde bestand? — Das muss auch bei der richtigen Blasonnierung ausgedrückt werden. So z. B. ist das Wappen von Wartensee, Nr. 192 der Züricher Rolle, als ein von Weiß, und Blau — und — Weiß quergestreifter getheilter Schild, mit einem wachsenden, rothen Löwen in Weiß, und das Wappen Nr. 350 als ein von Gelb, und Weiß — und — Roth schräggestreifter gespaltener Schild, mit einer schwarzen Lilie in Gelb, zu blasonnieren, — nicht aber Nr. 192 als ein gespaltener Schild im obern, weißen Felde mit einem wachsenden, rothen Löwen, und im untern, blauen Felde mit zwei weißen Querbalken, und Nr. 350 als ein gespaltener Schild im rechten Felde mit einer schwarzen Lilie, im linken, rothen mit drei weißen (oder in weißem mit drei rothen) Schrägbalken. Das hier Gesagte möchte wol auch von der Blasonnierung der Wappen auf den drei Siegeln der hannover’schen Linie Behr gelten, bei Lisch, a. a. O., S. 12, abgebildet Taf. X, Fig. 52–55.

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