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Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit (1868)

Note 127 — ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.

Reading edition

Das german. Museum hat schon längst auf diesen, die Kulturgeschichte tief berührenden Gegenstand aufmerksam gemacht. Der Aufsatz über die kriegswissenschaftlichen Werke des 15. und 16. Jahrh. (Anzeiger 1857, Sp. 401) hat auf die Bedeutung der handschriftlichen Literatur über diesen Zweig hingewiesen, die an Brauchbarkeit theilweise den späteren Drucken voransteht. Eine fernere Anregung gab v. Retberg’s Mittheilung über den Münchener Codex Germ. 600. Die Zeughausregister und sonstige urkundliche Mittheilungen liefern mancherlei werthvolle Beiträge. Es würde allerdings Sache der militärischen Blätter sein, auf diesem Gebiete, das ja ebensoviel militärisches als kulturgeschichtliches Interesse hat, etwas mehr zu thun, und in Verbindung mit der Kriegsgeschichte den Einfluß festzustellen, den die Veränderung der Waffen jeweils auf Taktik und Befestigungskunst ausgeübt hat. Die geringe Aufmerksamkeit, welche die militärische Literatur dem Gegenstand widmet, hat wol neben der großen Aufmerksamkeit, welche die jetzige Umgestaltung des Waffenwesens in Anspruch nimmt, ihren Grund darin, daß das Material in Deutschland sehr zersplittert ist und daß noch immer das an’s Licht gezogene nicht ausreicht. Wir können nicht umhin, bei dieser Gelegenheit Herrn Major Toll und in Bezug auf Befestigungskunst Herrn Oberst v. Cohausen unsere Anerkennung auszusprechen. Auch die Herausgeber der deutschen Städtechroniken haben in dankenswerther Weise diesem Gegenstand ihre Aufmerksamkeit zugewendet. Die historischen Vereine finden wol leicht Gelegenheit, der Wissenschaft durch Veröffentlichung von Waffen und der darüber vorhandenen Urkunden gute Dienste zu leisten. Der „Anzeiger“ ist zur Aufnahme diesbezüglicher Artikel gerne geneigt.

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