Note 226 — ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.
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Nach Erbstein soll zwar der Doppeladler auf dieser Münze „sein Erscheinen lediglich demselben Umstande, dem das Vorkommen der französischen Lilie in derselben Stelle auf einer ganz gleichen Goldmünze König Johann’s von Böhmen, des Lützelburger’s (1311–1346), zuzuschreiben ist“, verdanken. „Während hier der Stempelschneider ein Goldstück des Königs Philipp VI. von Frankreich nachahmte, diente dort dem Künstler die flanderische Münze zum Vorbilde.“ („Der Doppeladler auf den flanderischen Münzen, wo er schon im 13. Jahrh. erscheint, soll der von Allost sein.“)
Dr. Erbstein schreibt mir ferner: „daß man im Mittelalter bei dem, theilweise aus Verkehrsrücksichten gebotenen Nachahmen fremder, besonders cursfähiger Münzen, darauf sah, daß eine möglichst vollkommene Uebereinstimmung in den Bildern herrsche. Die Umschriften waren ja den Meisten unverständlich; man hielt sich an das Bild, und so findet man oft bei Münzen bis in die kleinsten Nebentheile des Bildes wahrhaft peinlich ausgeführte Copieen, die im Zusammenhange mit den veränderten Umschriften zum Theil große Widersprüche ergeben. Ein Beispiel solcher weitgetriebenen Nachahmungen führte ich unter Nr. 9 an.“ (S. Anzeiger 1864, Nr. 5, Sp. 169 u. 170).
„Im Mittelalter wurden übrigens meist immer gleich mehrere Stempel verfertigt, mit denen man gleichzeitig ausprägte, bei starker Ausmünzung sogar viele. Es kann daher nicht auffallen, wenn von der bewußten Goldmünze eine ganze Reihe von Stempeln existieren, die bei genauer Vergleichung ein wenig von einander abweichen.“ (Im Anzeiger 1854, Nr. 11, Sp. 274–75, sind zehn solcher verschiedenen Stempel aufgeführt.)
Ueber den Werth der Ansicht Wideburg’s, daß in Folge des Frankfurter Reichstages von 1338 diese Schaumünze mit dem Doppeladler geprägt worden sei, zu entscheiden, muß ich den Herren Numismatikern überlassen.