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Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit (1866)

Note D — ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.

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Solche Fälle kommen auf mittelalterlichen Siegeln nicht selten vor. Z. B. auf dem ältesten hohenlohischen Siegel IV, A, 1 Conrad’s von 1207, abgebildet bei J. Albrecht, Taf. I, 1; auf dem Siegel IV, A, 1 Walter’s von Vatz von 1216; auf den beiden Siegeln IV, A, 1, Heinrich Flans’ von Orlamünde von 1311 — mit dem monogrammatisch zusammengezogenen Wappen der Grafen von Orlamünde (s. v. Ledebur, Archiv f. deutsche Adels-Gesch., II, S. 220) und Friedrich’s von Krusenburg (wol auch aus dem 14. Jahrh.); wahrscheinlich eben so auf unserer folgenden Nr. 3; endlich auf dem Siegel IV, C der Kaiserin Eleonore, Gemahlin Friedrich’s III., von 1460, zu welchem Sava bemerkt, daſs bei der Composition und Ausführung dieses prachtvollen Siegels, welche von bedeutender Kunststufe zeugen, die verkehrten S noch um so auffallender seien. (Die Siegel der österreichischen Fürstinnen im Mittelaller, I,I, 30, und unsere mittelalterl. Frauen-Siegel, Nr. 58). Auch auf Münzen begegnen wir solchen fehlerhaften Umschriften; siehe in Dr. H. A. Erbstein’s Münzfund von Trebitz die Münze des Landgrafen Hermann von Thüringen (1192–1215), Nr. 86, wo S. 67 in Betreff der „auf Mittelalter-Münzen so oft erscheinenden incorrecten oder oft ganz entstellten Umschriften“ auf Grote’s Münzstudien IV, I, 559 verwiesen ist.

hohenlohisches Siegel IV
hohenlohisches Siegel IV
Siegel Walter von Vatz
Siegel Walter von Vatz
Siegel Heinrich Flans
Siegel Heinrich Flans
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