Note G — ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.
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Bei älteren Siegeln erheischt es allerdings zuweilen gründliche Forschungen, um mit Sicherheit bestimmen zu können, ob ein Siegel-Bild nicht ein wirkliches „Wappen-Bild“ war, da so viele Wappen gar nicht mehr bekannt, und manche verändert oder wenigstens bis zur Unkenntlichkeit travestiert worden sind.
Auch bei mittelalterlichen Städte-Siegeln hält es mitunter ziemlich schwer, zu bestimmen, ob ein auf denselben vorkommendes Wappen das eigentliche Stadtwappen ist, wenn dasselbe nicht gerade, was aber häufig der Fall, ein redendes ist.
Auf dem Siegel IV, A, 1 der Reichsstadt Dinkelsbühl von 1448 steht der Reichsadler auf drei mit Dinkel bewachsenen Hügeln. Die Reichsstadt Biberach führt auf ihrem Siegel IV; A, 2 mit der Jahreszahl 1533 rechts den Reichsadler links einen gekrönten Biber.
Die ursprünglichen Herrschafts-Wappen wurden zuweilen später eigentliche Stadt-Wappen. So behielt z. B. die Stadt Bräunlingen den habsburgischen Löwen von 1317 auch unter fürstenbergischer und später unter badischer Oberhoheit in ihrem Siegel bei; wogegen die Stadt Geisingen seit 1489 neben dem Löwen ihrer früheren Herren, der Dynasten von Wartenberg, auch noch das fürstenbergische Wappen im Siegel führte.