Note 16 — Was muß ein Erzieher lernen?
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Wenn Salzmann hier gegen die Ärzte eifert, so hat dieses seinen Grund in dem niederen Standpunkte, den die Arzneikunde im vorigen Jahrhundert einnahm. Seitdem sich aber die Medizin und ihre Hilfswissenschaften zu wirklichen Wissenschaften erhoben, und berühmte Gelehrte der Neuzeit als Virchow, Stromeyer, Koch, Schrötter, Bock, Klencke, Esmarch, Fürst, Freerichs u. a. zu ihren Vertretern zählt, ist es damit anders geworden. Dies schließt aber nicht aus, daß der Lehrer selbst verstehe, die Gesundheit seiner Zöglinge zu fördern, und sie auch in der Gesundheitspflege zu unterweisen. Als einschlägliche Schriften seien genannt: Kirchhoff: „Gesundheitspflege“; Bock: „Bau, Leben und Pflege des menschlichen Körpers“; Correus:„Der Mensch“; Katz: „Fürs Auge“; Reclam: „Gesundheitsschlüssel“, „Gesundheitslehre für Schulen“; Zwick: „Körperpflege und Jugenderziehung“; Reimann: „Die körperliche Erziehung und die Gesundheitspflege in der Schule“; Kohler: „Die Gesundheitslehre in der Volks- und Fortbildungsschule“; Gauster: „Die Gesundheitspflege im allgemeinen und hinsichtlich der Schule im besonderen“; Scholz: „Leitfaden der Gesundheitslehre“; Siegert: „Die Schulkrankheiten“. — Schon Comenius, Montaigne und Rousseau forderten die Schulhygieine; diesen tritt auch Salzmann bei. Jetzt wird sogar von mehreren Seiten gefordert, daß in jeder Schulkommission ein Arzt Sitz und Stimme haben solle. Wohl ist die Mitarbeit des Arztes in der Schule wünschenswert, da die Schule weder die körperliche Gesundheit noch die geistige Frische des Schülers schädigen darf. Den Ärzten aber jeder Zeit freien Zutritt in die Schule zu gestatten, würde viele Störungen des Unterrichts herbeiführen. Dagegen ist zu fordern, daß der Gesundheitslehre der ihr gebührende Platz im Unterrichte eingeräumt werde, und daß die Seminare die angehenden Lehrer in der Schulhygieine unterweisen, diese auch bei den Prüfungen der Lehrer Prüfungsgegenstand sei, damit die Lehrer zur Erhaltung der Gesundheit der Kinder in der Schule beitragen können. Denn „gerade während der Schulzeit ist die körperliche Kultur sehr wichtig: erstens, weil der jugendliche Körper des Schülers allen Schädlichkeiten der Umgebung mehr offen steht und unter den Folgen übler Angewöhnungen mehr leidet, als der abgehärtete Körper des Erwachsenen, und zweitens, weil der Unterricht durch den Zwang des Stillsitzens in dicht besetzten Schulstuben, sowie durch die andauernde geistige Anstrengung auf die Gesundheit des Kindes leicht ungünstig einwirken kann.“ (Lindner.) Daß die Forderung Salzmanns und der anderen Philanthropen: die Schule habe das leibliche Wohl der Schüler zu berücksichtigen und zu fördern, so wichtig ist, geht daraus hervor, daß der Körper die Wohnung und das Werkzeug der Seele ist. Deshalb spricht auch Rückert: