Note 27 — Was muß ein Erzieher lernen?
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In seiner Schrift: „Über die Erziehungsanstalt in Schnepfenthal“ läßt sich Salzmann eingehend über die Ausbildung der Handfertigkeit aus. So sagt er: „Zur Erziehung des Menschen ist unumgänglich nötig: Übung seiner Hände und Gewöhnung, von den Werkzeugen, die der menschliche Verstand erfand, Gebrauch zu machen.“ In Schnepfenthal fand der Handfertigkeitsunterricht eingehende Pflege. Die Zöglinge wurden unterwiesen in Papparbeiten, Schreinerarbeit, Drechseln, Korbflechten. Besonders widmete sich der Lehrer Blasche diesem Unterrichte. Die Handfertigkeitsunterrichtsfrage ist zur Zeit eine brennende, noch unentschiedene. In zahlreichen Schriften wird für und gegen den Handfertigkeitsunterricht gestritten. Nach unserer Ansicht ist Salzmann in vollem Rechte, wenn er die Betreibung von Handarbeiten zur Kräftigung des Körpers fordert. Für eine Eingliederung derselben, zumal wenn der Handfertigkeitsunterricht nur praktisch-formalen Nutzen gewährt und mit der Schularbeit in gar keiner Verbindung steht, können wir uns nicht begeistern. Stellt er sich aber in den Dienst des theoretischen Unterrichts, wie es z. B. die Schrift vom Seminarlehrer Magnus: „Der praktische Lehrer“ für die Seminare thut, so ist die Sache eine andere. Wenn der Handfertigkeitsunterricht dagegen in selbständigen Kursen, wie in den Knabenhorten, erteilt wird, so haben wir nichts dagegen zu erinnern. Wer sich eingehender über diese heutige Tagesfrage unterrichten will, der sei verwiesen auf die Schriften: von Schenckendorff: „Der praktische Unterricht, eine Forderung der Zeit an die Schule, sein erziehlicher, volkswirtschaftlicher und sozialer Wert“; Eckardt: „Die Arbeit als Erziehungsmittel“; Hanschmann: „Die Handarbeit in der Knabenschule“; Salomon: „Arbeitsschule und Volksschule“; Gelbe: „Der Handfertigkeitsunterricht“; Rauscher: „Der Handfertigkeitsunterricht, seine Theorie und Praxis“; Barth und Niederley: „Des deutschen Knaben Handwerksbuch“; Elm: „Der Handfertigkeitsunterricht in Theorie und Praxis“; Michelsen: „Die Lehr- und Arbeitsschule zu Alfeld“; Karl Friedrich (Professor Biedermann): „Die Erziehung zur Arbeit, eine Forderung des Lebens an die Schule“; Rißmann: „Geschichte des Arbeitsunterrichtes in Deutschland“; Johs Meyer: „Die geschichtliche Entwickelung des Handfertigkeitsunterrichts“; von Schenckendorff: „Über Bedeutung und Ziel des Handfertigkeitsunterrichts“; Johs Meyer: „Der Handfertigkeitsunterricht und die Schule“; Seidel: „Der Arbeitsunterricht, eine pädagogische und soziale Notwendigkeit“; Bütow: „Die Volksschule und der Handfertigkeitsunterricht“; Kreyenberg: „Handfertigkeit und Schule“.