Note 90 — Zur Satzlehre (continued 2)
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Fühlt man denn gar nicht, daß bei der silbernen und der goldnen Hochzeit das silbern und golden nur ein schönes Gleichnis ist, wie beim silbernen und goldnen Zeitalter? und daß dieses Gleichnis durch Silberhochzeit sofort zerstört und die Vorstellung in plumper Weise auf das Metall gelenkt wird, das dem Jubelpaar in Gestalt von Bechern, Tafelaufsätzen u. dgl. winkt? Oder wollen wir in Zukunft auch von der Goldhochzeit und vom Goldzeitalter reden? Wir reden von einem Bronzezeitalter, aber in wie anderm Sinne! Daß schon Goethe einmal das Wort Silberhochzeit gebraucht – in einem Brief an Schiller nennt er Gedichte Wielands „Schoßkinder seines Alters, Produkte einer Silberhochzeit“ –, auch Rückert einmal (in trochäischen Versen, wo silberne Hochzeit gar nicht unterzubringen gewesen wäre), will gar nichts sagen.