Note 84 — Zur Satzlehre (continued 2)
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Über die Bedeutung mancher von unsern Straßennamen herrscht ohnehin in den Köpfen der Masse eine solche Unklarheit, daß man sie nicht noch durch fehlerhafte Schreibung zu steigern braucht. Unter den Straßen Leipzigs, die nach den Helden der Freiheitskriege genannt sind, ist auch eine Lützowstraße, eine Schenkendorfstraße, eine Gneisenaustraße. Was machen die Kinder daraus, die kleinen wie die großen Kinder? Eine Lützower Straße, eine Schenkendorfer Straße, eine Gneisenauer Straße! Wir haben ferner eine Senefelderstraße. Auch die wird im Volksmunde als Senefelder Straße verstanden. Freilich gibt es bei Leipzig kein Senefeld, kein Schenkendorf, kein Gneisenau, kein Lützow. Aber das Volk, namentlich das ewig zu- und abfließende niedrige Volk, weiß doch von der Umgebung Leipzigs ebensowenig etwas wie von dem Erfinder der Lithographie und den großen Männern der Freiheitskriege. Wurde doch auch die Fichtestraße, als sie neu war, sofort als Fichtenstraße verstanden, und ein unternehmender Schenkwirt eröffnete dort schleunigst ein „Restaurant zur Fichte“!