Note 66 — 6. Capitel.[50]
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Nur sehr selten wird der Tourist eine malayische Strassentänzerin in obiger Toilette sehen. In der Regel ist der obere Theil der Brust, Hals und Nacken unbedeckt, weil der Sarong das einzige Gewand ist, welches sie bis unter die Achseln trägt und in der Taille mit einem silbernen Gürtel schliesst.
Ich kann nicht umhin, an dieser Stelle einiges über die malayische Auffassung des Tanzes mitzutheilen.
So eine Strassentänzerin gehört zur Hefe des Volkes und ist eine Prostituée stricte dictu; eine anständige Frau meidet den Tanz. Die Bedajas und Serimpis üben ihre Kunst immer ohne Männer aus. Der europäische Einfluss hat in diese Auffassung der geschlechtlichen Moral nur eine Bresche geschossen. Wo die Frau eines Fürsten in der europäischen Gesellschaft erscheint, nimmt sie an der Polonaise Theil; im Uebrigen ist jede Berührung des Mannes in Gegenwart Anderer von Mann und Frau als unsittlich verpönt.